|
Nach zehn Tagen on Tour bin ich am 08.Juli 2007 wieder aus Polen mit vielen Eindrücken von der
13. Abenteuerrallye Dresden Breslau zurückgekommen. Wenn Quincy unterwegs ist gibt es wie immer viel Regen und niedrige Temperaturen....
|
 |
Am Donnerstag ging für mich die lange Reise los. Gemeinsam mit meine Jeep-Freunden, den Kreizgelenkverreiser bin ich nach Mainz zum Umladen auf den großen Lkw gefahren. Natürlich habe ich mein Quad auch mitgenommen, denn man weiß nie, wann der Serviceboy mal Langeweile hat und das polnische Gelände erkunden will. Mit drei Stunden Verspätung ging es zu siebt im Wohnmobil auf die Autobahn Richtung Dresden. Zum Camp? Nein, zuerst in Dresden in Gerry´s Kneipe, wo wir auch jämmerlich mit dem Team der LilaQ versackt sind. Da die technische Abnahme bis Freitag 22:00 Uhr möglich ist, schliefen wir im Wohnmobil vor der Kneipe erst einmal aus. In hektischem Getue schleppte uns das LilaQ Team in die Innenstadt mit dem Vorwand eines Pressetermins. Als wir mit 20 Mann in einem Frisörsalon einliefen war es wohl allen klar. Die Haare werden lila gefärbt. Unter dem Einfluss des Restalkohols hat sich allerdings auch niemand daran gestört.
Um 16:00 Uhr am Freitag sind wir endlich auf dem Camp am Flughafen angekommen und haben uns entsprechend ausgebreitet und die Fahrzeuge abgeladen. Nach einem ausgedehnten Camprundgang und einem Plausch hier und da mit alten Bekannten ging es dann in den frühen Morgenstunden in das Bettchen.
Samstagmorgen: Jetzt wird es ernst. Die allgemeine Anspannung steigt. Startaufstellung im Industriegebiet, wo im Minutentakt gestartet wurde. Diese Strecke führte direkt in die Dresdener Innenstadt auf die Augustusbrücke, wo der Showstart in Anwesenheit von hunderten Menschen von Jutta Kleinschmidt und Oberbürgermeister Lehmann auf der Rampe durchgeführt wurde. Jeder Teilnehmer (ca. 165 Autos/LKWs und 65 Motorräder/Quads) wurden mit Handschlag von der Rallyeikone Jutta Kleinschmidt auf die Strecke geschickt. Diese führte nach Radeburg auf ein Industriegelände, wo der Prolog durchgeführt wurde. Also schwang auch ich mich auf mein Quad und fuhr los. Allerdings nach Radeberg, welches auch bei Dresden liegt. Dort gibt es allerdings kein Industriegelände und nach einigem Durchfragen haben wir entdeckt, dass es in 25 KM Entfernung auch ein Radeburg gibt. Also Gas geben um den Prolog nicht zu verpassen. Pünktlich zum Start des Prologs kam ich endlich nach einer Reise von 60 KM auf dem richtigen Gelände an.
Der Prolog, der lediglich zur Startaufstellung dient hatte es zumindest für die Quads in sich. Der zwei Kilometer lange Parcours musste drei Runden lang gefahren werden. Die ganze Strecke führte in einem Zickzackkurs über einen Stoppelacker, in den ein Wasserloch, eine Steilwandkurve und eine Kraterlandschaft eingebaut war. Die letztere wurde einfach mittels Baggerschaufel gestaltet, indem tiefe Löcher in unregelmäßigen Abständen ausgehoben wurden. Das ganze auf einer Strecke von 100 Metern.
Der Abend im Camp wurde dann bei Livemusik und Feuerwerk gefeiert, nachdem einige Fahrzeuge sich schon dem Winkelschleifer und dem Schweißgerät unterziehen mussten. Sonntagmorgen ging es dann Richtung Polen über die Grenze wo in einem polnischen Grenzdorf das Camp aufgeschlagen wurde. Während wir das Camp klar machten, starteten die Fahrzeuge zur ersten Etappe an einem nahe gelegenen Einkaufszentrum. Am späten Nachmittag kamen die Fahrzeuge wieder zurück und es war wieder einmal Service an den Kisten angesagt.
Am Montagmorgen hieß es wieder Campwechsel. 65 Kilometer übelste polnische Landstrasse mit einem Rallyeservicetross. Da vergehen einige Stunden. Und so kam es, dass die Fahrer teilweise vor dem Service im Camp waren. Das Camp befand sich in mitten eines riesigen Truppenübungsplatzes. Immerhin waren Sanitäre Anlagen vorhanden. Am nächsten Morgen Starteten die Rallyefahrer pünktlich um 09:00 Uhr auf einen Rundkurs. Überraschender Weise waren alle recht früh im Camp zurück. Grund war ein Roadbookfehler worauf die Etappe auf halber Distanz abgebrochen werden musste.
Mittwoch: Der Tag vor dem es einigen Fahrern schon im Vorfeld krauste. Die Marathonetappe mit 450 Kilometern davon 310 KM Gelände und 140 KM Verbindungsetappe. Dass das hard wurde war jedem klar, aber das Ganze bei Dauerregen ist auch für die Härtesten eine Extrembelastung. Die ersten Motorradfahrer starteten um 07:00 Uhr und waren zwischen 20:00 Uhr und 21:00 Uhr im Camp. Die meisten Teilnehmer kamen zwischen 22:00 Uhr und 06:00 Uhr früh durchnässt und verfroren im Camp an. Hardcore!
Leider musste ich Rene mit seiner Kawasaki 10 KM nach dem Start mit einer defekten Kopfdichtung auf unser Servicefahrzeug verladen. Wir fuhren die 270 Kilometer Servicestrecke gemeinsam. Auch Klaus konnte die Strecke wie viele der Teilnehmer nicht beenden und wir trafen uns gegen Abend im Camp.
Am Donnerstag war ein halber Ruhetag eingeplant. Start um 11:00 Uhr und die Strecke war ein 65 KM "kurzer" Rundkurs auf dem Militärgelände bei Recz. Klaus hatte mittlerweile auch beschlossen das Rennen zu beenden um am Abend mit Rene die Heimreise anzutreten.
Am Freitag war ein etwas größerer Rundkurs in dem riesigen Militärareal zu fahren. immer wieder regnete es und ich begeisterte mich an einigen Pressepunkten auf der Strecke. Hier ging es hauptsächlich immer um Wasser- und Schlammpassagen.
Die Zieletappe am Samstag sollte wieder ein Highlight werden. In Gruppen von 20 Fahrzeugen wurde der Massenstart durchgeführt. Zwei Runden á 45 Kilometer Schlamm, Panzerhügel und Bachläufe. Ein Jeder der die Ziellinie überquerte, hatte ein erschöpftes aber freudiges Gesicht. Überall dröhnten Hupen und man hörte viele Berichte der einzelnen Piloten.
Der Abend wurde mit einer sehr guten Liveband und einer riesigen Party eingeleitet. Gegen 23:00 Uhr startete die Siegerehrung für die stolzen Rallyefahrer.
Die Breslau ist eine sehr gut durchorganisierte Amateurrallye, die aber auch höchste Anforderungen an Mensch und Maschine stellt. Sie ist sicherlich kein Kindergeburtstag und verlangt einiges den Fahrern ab. Lange Etappen, Kompassnavigation, Witterungskapriolen sowie Racegeschwindigkeit machen es nicht gerade einfach. Umso wichtiger ist das gute Catering abends im Camp.
Ergebnisse:
| Platz |
Startnummer |
Vorname |
Nachname |
Land |
Marke |
Zeit |
| 1 |
77 |
Krzysztof |
Kretkiewicz |
Polen |
Yamaha Grizzly |
30:07:02 |
| 2 |
73 |
Peter |
Parthen |
? |
Yamaha Grizzly |
32:07:05 |
| 3 |
71 |
Rico |
Tschichholz |
Deutschland |
? |
32:51:04 |
| 4 |
70 |
Emeric |
Labat |
Frankreich |
Yamaha |
34:08:04 |
| 5 |
72 |
Jacek |
Bujanski |
Polen |
Yamaha Grizzly |
34:40:12 |
| 6 |
80 |
Andre |
Seifert |
Deutschland |
? |
39:27:22 |
| 7 |
84 |
Holger |
Knippel |
Deutschland |
Suzuki |
45:51:20 |
| 8 |
78 |
Christian |
Legrand |
Frankreich |
Kawasaki |
59:20:07 |
| 9 |
75 |
Remi |
Tournois |
Frankreich |
Kawasaki |
61:13:56 |
| 10 |
74 |
Jean-Pierre |
Fournier |
Frankreich |
Kawasaki |
64:36:32 |
| 11 |
81 |
Petra |
Meier |
Schweiz |
Polaris Scrambler 500 |
66:17:59 |
| 12 |
83 |
Klaus |
Bunse |
Deutschland |
Can Am Renegade |
66:20:11 |
| 13 |
79 |
Rene |
Köhler |
Deutschland |
Kawasaki |
69:29:07 |
| 14 |
82 |
Bruno |
Bony |
Frankreich |
Can Am Renegade |
75:03:78 |
| 15 |
85 |
Robert |
Castagnet |
? |
Yamaha |
76:12:55 |
|