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Sooo war das nicht geplant.....
Nach meinem Ausfall wegen Motorschaden bei der Croatia Trophy 2005 haben Thomas und ich Ende letzten Jahres beschlossen die Croatia Trophy 2009 mal wieder in Angriff zu nehmen. Wir waren uns schnell einig, dass das Ziel das Ankommen nach 8 Renntagen ist. Bei vergangenen Teilnahmen haben wir gelernt, dass das die halbe Miete ist.
Meine Polaris Scrambler habe ich peu á peu fit gemacht und allerdings bei dem 1 BQC Lauf in Culitzsch zwei Wochen vor Kroatien schwer demoliert. Nach ¾ der Strecke ist mir die Aufnahme des hinteren Federbeins gebrochen und hat mir beim Beenden des Rennens die Verkleidung in viele Einzelteile zerschmettert. Nur dank Heinz und Kathy von HP-ATV konnte ich die Scrambler in einer grandiosen Beschaffungsorganisation der Ersatzteile bis zur CT 2009 wieder fit bekommen. Nur noch Licht, Winde, Tripmaster und Roadbook anbauen und die Reise konnte beginnen. An Ersatzteilen hatte ich dieses mal gut vorgesorgt, denn aus Fehlern wird man klug.
13 öde Stunden Anreise und wir waren endlich im Camp, wo schon meine Geländewagenfreunde mit einem kühlen Bier warteten. Allerdings hatte mich wetter.com wohl angelogen, denn laut Vorhersage sollte die Sonne strahlen. Es regnete in Strömen und mit dem T5 von Wasserbettenthomas konnten wir nur den halben Weg durchs Camp fahren. Aber auch dort fanden wir ein schönen Plätzchen neben den alten Bekannten aus Israel. Camp aufbauen und warten warten warten bis die Anmeldung und technische Abnahme ihren Dienst antrat. Das Ganze bei Dauerregen und tiefer Schlammwiese. Da musste noch das eine oder andere Bier her halten um die Zeit tot zu schlagen. Abends wurde es sehr frisch bis kalt und die Vorfreude auf den Prolog wuchs.
Freitag 1.Mai, ein Datum wo man in Deutschland grillt aber in Kroatien Prolog fährt. Wir waren die ersten, die unter dem Red Bull Bogen zum Prolog starteten. Nach kurzer Streckenbesichtigung sah alles ganz easy aus. Der Startschuss fällt, ich heizte los und Thomas ist kurz hinter mir. Wasserloch, kein Problem, über Baumstämme kein Problem, aber was ist das? Wir fuhren nicht den normalen Weg in den Holzrückeweg, sondern mussten über eine gut ein Meter hohe Kante quer einsteigen. Ich probiere es drei mal hoch zu fahren und hätte mich beinahe drei mal gekugelt. Das konnte ich mir nicht vorstellen, doch schnell rief mir einer der gut 200 Zuschauer zu, dass mein rechtes Vorderrad nicht angetrieben wird. Also Seil raus und die paar Zentimeter mit der Winde hoch. Aus Sicherheitsgründen machen wir das gleiche mit Thomas. Mann hat das Zeit gekostet, egal ist ja nur der Prolog. Es geht weiter den alten mit Wurzeln, Laub und Ästen bedeckten Rückeweg hoch bis zur Abfahrt, die wir eigentlich fahren wollten. Von oben gesehen haben wir uns doch um entschieden und schlugen die Taktik Abseilen ein, denn die letzten 2 Meter waren nahezu senkrecht. Mit dem Bergsteigerseil um den Baum gewickelt ließ mich Thomas ab. Jetzt war ich dran, den 80 Meter Berg hochzuklettern um Thomas zu sichern. Was für eine Schinderei am 1. Mai.
Nach 17 Minuten hatten wir es hinter uns, die Zuschauer waren mit der Abseilaktion zufrieden und wir schauten danach noch den Monstercars zu.
Ab ins Camp um Vorbereitungen für die erste Etappe zu treffen. Start Samstag morgen 10:00 Uhr kroatischer Zeit. Nach einiger Verspätung sind wir als zweite gestartet und nach ca 5 Minuten sind wir auf unsere polnischen Kollegen aufgelaufen. Im Zickzack ging es durch einen kleinen Bachlauf , der sehr cremig war. Also hier und da die Winde einsetzen und durch. Weitere drei Kilometer stehen die Polen an einer schlammigen Waldkreuzung und suchen verzweifelt den Weg. Die ersten Autos kommen und alle eiern irgendwo im Wald umher. Nach einer Stunde haben wir wieder die richtige Strecke gefunden, müssen aber bei Thomas den Unterfahrschutz reparieren. Weiter geht es zu einem mächtigen Schlammloch im Wald, das gar nicht wie eines aussah. So gestalteten sich die nächsten 5 Kilometer. Liebe ATV Fahrer, lasst es Euch gesagt sein, fahrt nie im Wald in eine Spur in der zuvor ein Chevymotor mit 44 Zoll Bogger gegraben haben. Bei meiner Körpergröße könnte man da gut und leicht in einer Spurrille verschwinden.
In den Schlammlöchern finden wir einige der Jeepkollegen, die nach den ersten 10 Kilometern ihr Vehikel haben stehen lassen müssen. So auch der Toyomog von Fritz Becker und Dominique Trafoir. 300 Meter weiter treffen wir die zwei die betröppelt durch den Wald laufen. Da es noch 20 Kilometer zum Ziel sind und evtl. keine Zivilisation in der Nähe ist, beschließen wir die beiden als Sozius mit zu nehmen. Fritz wählte mich aus und Dominik sprang bei Thomas auf. Nun ja, Fritz ist nicht gerade schlank, aber ich nahm die Herausforderung an. 15 Kilometer Trophystrecke mit einen Bremsgewicht auf der Sitzbank hinter mir. Nun, die Hinterachse hatte hervorragenden Grip. Aber ich war auch froh als wir irgendwann an einem Checkpoint ankamen um die zwei abzusetzen. Allerdings war auch mittlerweile der Tank von Thomas leer. Somit mussten wir die Strecke verlassen und den heutigen Kampf aufgeben.
Zurück im Camp haben wir uns erst einmal zurück gelehnt und meinen 39. Geburtstag gefeiert. Am nächsten Tag ging es eh nur um den Trophytag, der um 12 Uhr startet.
Auf dem Weg zum Trophy Tag Gelände, welches ca. 5 km entfernt war riss mir plötzlich die Kette. Also zurück zum Camp und reparieren. Zum Trophytag schafften wir es dann also nur als Zuschauer, freuten uns aber schon auf die bevorstehende Nachtfahrt.
Pünktlich um 23:00 Uhr starteten wir mit einem von Thomas mitgebrachten Feuerwerk. Tiefe Feldwege mit viel Wasser. Nach kurzer Zeit überholt uns schon das erste Auto und fräst sich in einem Wasserbecken fest. Thomas sucht einen Alternativweg durch die Böschung und eiert langsam durch bis er beinahe um fällt. Ich war der Meinung, langsam wäre nicht mein Ding und wenn ich schnell bin kann ich nicht umfallen. Ich habe mich geirrt. Ausgehebelt liege ich unter meinem ATV im Wasser. Nachdem ich von meinem Kollegen hervor geschält wurde musste ich einen enormen Schmerz links hinten an meinen Rippen gestehen. Aber man redet sich alles schön. In einigen schwierigen Passagen merke ich wie sich der Schmerz steigert und ich schwer Luft bekomme. Nach 10 weiteren Kilometern flehte ich Thomas an zum Doc zu fahren. Da diese meist bei den Checkpoints sind und dummerweise keiner zu finden war fuhren wir von der Strecke um das Rennende abzuwarten. Mit ein paar flüssigen Painkillern abgetötet ging ich im Morgengrauen in mein Bettchen um mir am nächsten Morgen die Meinung von Doc Steffi einzuholen. Sofort konnte sie fest stellen, dass die Rippe gebrochen ist und für mich das Rennen wohl aus Sicherheitsgründen vorbei sei. Das war ein Schlag ins Gesicht. Soll ich kotzen oder heulen? Wie sage ich es meinem Teamkollegen, das alles vorbei ist? In einer kurzen Krisensitzung tröstete mich Fritz damit, dass es bei ihm wegen Motorschaden an seinem Toyomog auch vorbei ist. Da er aber auch noch eine Can Am Outlander dabei hatte beschloss er spontan mich zu ersetzen und nun als ATV- Ersatzfahrer auszuhelfen. So schnell wird man vom Fahrer zum gehandicapten Serviceman. Mein Vertrauen in mein Team war sehr groß obwohl Fritz kaum Quaderfahrung hatte. Aber seine riesige Offroadgeländeerfahrung konnte das gepaart mit den 27 zölligen greifen und der schier unendlichen Power der Can Am wieder wett machen. So stand ich Tag für Tag an der Strecke an den Pressepunkten und konnte zuschauen wie die beide Spaß hatten. In den Schlammpassagen konnte Fritz mit seinen Reifen und der Motorpower die kleine Kodiak von Thomas einfach durch schleppen. An anderen Stellen war die technische Zusammenarbeit gefragt.
Fazit: Es war für mich wieder einmal ein enttäuschendes Ergebnis, mit dem man aber immer bei so einer Veranstaltung rechnen muss. Des weiteren mussten wir feststellen, dass die Strecken über die Jahre immer schwieriger werden, da die Fahrzeuge sich enorm weiterentwickelt haben.
Das Ende der Story ist, dass ich die Erkenntnis nach drei Teilnahmen gewonnen habe, dass eine Scrambler mit Starrachse, Kettenantrieb und 22 Zoll Rädern nicht das richtige Fahrzeug für diese Veranstaltung ist.
Man kann sich das Leben leichter machen!
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