The Domefighters Quad Race 2008 - Größer - länger - härter - extremer
Am 10. Mai 2008 um 0:00 Uhr startete die zweite Auflage des Domefighters Quad Races im Rahmen des BABOONS Endurance Days. Ein Rennen über volle 12 Stunden welches wahlweise in Zweier-, Dreier-, oder Viererteams gefahren wurde. Gefahren wurde auf einem 100% Offroad-Rundkurs von mindestens 9 km. Der Kurs führte rund um den Dome des Tropical Island, des größten Indoor-Freizeitbades Europas.
Inklusive der Motorräder waren dieses Jahr über 1000 Starter und Helfer in der Pflicht. Ca. 60 Quad und ATV Teams sowie 160 Mopedteams stellten sich der Herrausvorderung der 12 bzw. 24 Stunden Schinderei. Jeder einzelne wollte scheinbar seine persönlichen Grenzen finde.....
Ende 2007 rief mich mein alter Freund
Mario an, ganz nach dem Motto:
„Hallo Quincy, kennst Du mich noch?"
Ich erinnerte mich natürlich sofort an Mario, mit dem ich 2001
harte aber auch schöne Erlebnisse auf der Rallye El Chott 2001
hatte. Ich erinnerte mich an Dinge wie z. B, ich ihn 50 km durch den
Sandsturm wegen eines Motorschadens schleppte oder wie er mit mir
meinen Sieg bejubelte. „Mario, was gibt es?" „Hast Du Dein ATV
noch?", ich bejahte. „Lass uns was verrücktes machen, da
bist Du doch der Richtige dafür.". Was hat er wohl vor? „Wir
fahren gemeinsam das 12 Stunden Rennen um das Tropical Island. Jeder
fährt solange er kann und dann wechseln wir." Ich dachte an
meinen Couch geplagten Körper und an meine Ruine von ATV.
Spontan sagte ich zu, doch im Nachhinein machte ich mir irgendwie
schon Sorgen.Jetzt musste ich natürlich auch zu meinem Wort
stehen. Bei einem kurzfristigen Treffen habe ich Mario auch in seinem
Interesse davon überzeugt, dass wir uns noch einen dritten
Fahrer suchen. Nur wen? Meine Kumpels hatten alle keine Zeit. Mario
deutete schon an, dass er die Lösung hatte. „Andreas hat zwar
so ein Dinli Ding, aber er ist jung und kann die technischen
Unzulänglichkeiten und Routine mit körperlichen Vorteilen
wett machen. Ok, was haben wir zu verlieren? Also auf in den
(Dome)fight.
Nach Nächten in der Schrauberhalle
rückt der Termin zur Anreise immer näher. Meine Abreise für
die 600 km lange Anfahrt nach Berlin plane ich auf Donnerstag früh
morgens, denn der Start ist freitags um 24:00 Uhr. Nun ja, da ich mit
meiner Schrauberei mal wieder nicht rechtzeitig fertig wurde bin ich
letztendlich erst am Donnerstag um ca. 23:00 Uhr Richtung Berlin
unterwegs. Nach 300 km überwältigt mich die Müdigkeit
in Hof und ich musste 4-5 Stunden schlafen. Gegen 14:00 Uhr am
Freitag bin ich dann endlich am „Racetag" im Camp angekommen.
Schon wieder müde, aber ich muss ja auspacken und das Adrenalin
scheint das übrige zu tun. Also schnell Camp aufbauen, Andreas
kennen lernen und zur pingeligen technischen Abnahme fahren. Bei
Mario streikt der Kill-Switch und der Auspuff von Andreas ist
angeblich zu laut. Nur meine jahrhundertalte Scrambler ist Ok. Auch
mal schön!
Zurück im Fahrerlager arbeitet
Mario erst mal am Kill Switch und Andreas stellt fest, dass sein
Achslager defekt ist. Mario findet den Fehler recht zügig,
während Dinli-Andreas feststellen muss, dass am Pfingstfreitag
wohl kein Achslager aufzutreiben ist. Es zeugte aber von Kampfgeist,
einen 100 km entfernten Freund auf zu tun, und den zu bequatschen
seine ganze Achse inklusive Achsgehäuse ihm für das
Wochenende auszuleihen. Also ab ins Auto und los. Am späten
Abend waren die Achsen aus und wieder eingebaut. Zeit zum Testen gab
es nicht, denn um 22:00 Uhr war Fahrerbesprechung.
Kurz vor 24:00 Uhr. Wir begleiteten
Mario zum Start. Alle sind nervös. Die Piste ist sehr trocken
und staubig. Gemeinsam beschlossen wir, dass wir in keinen Startfight
verwickelt sein wollen.
12 Stunden können lang sein. Das
Starthorn schellt und alle 60 Starter knallen los. Das einzige was
man noch sehen kann ist eine Mega-Staubwolke in den Scheinwerfern der
Nacht. Andreas und ich liefen zurück in die Box um ihn für
den Fahrerwechsel vorzubereiten. Nach 4 Runden kam Mario in die Box
um sich von Andreas abwechseln zu lassen. Offensichtlich hatte auch
er einen ungeübten Körper. Ich bereitete mich also auf die
gleiche Zeit bei Andreas vor. In der Dunkelheit konnten wir ihn aber
nicht an der Boxengasse vorbeifahren sehen. Eine Stunde war geplant,
aber er erschien einfach nicht.Wir machten uns Sorgen und hatten
größte Bedenken. Endlich lief er ein, machte einen noch
recht frischen Eindruck, wenn man von seinem schwarz verstaubten
Gesicht absah. Nun kam also meine Zeit. Blutdruck und Puls an der
oberen Grenze. Quincy, bloss das Speedlimit in der Boxengasse
einhalten und dann ab in die Dünen in den dunklen Wäldern.
Im Dunkeln auf dieser knochentrockenen
Strecke, das ist Hardcore. Die erste Runde war die härteste,
aber in der zweiten ging es leichter von der Hand, obwohl ich die
Schlüsselstellen nicht ganz in Erinnerung hatte. Aber es lief
und mental beschloss ich 6 Runden zu fahren. Aber in der dritten
Runde ca. 5 km vor der Zählstelle passierte der Elektrosupergau.
Ein Kurzschluss ließ alle Lampen auf einmal das Zeitliche
segnen. F..., nicht zurücklaufen, das dauert ewig. Also wartete
ich bis der nächste Teilnehmer hinter mir kommt um dann ohne
Licht an seinem Arsch zu kleben.
Ohne Licht schaffte ich das nur knapp
einen Kilometer, aber nächster Konkurrent, gleiches Spiel. Kaum
an der Zählstelle angekommen fuhr ich über die Teerstrasse
in die Box und ließ mich ablösen. Wieder ging Mario auf
die Strecke und ich kümmerte mich um die Analyse. Schnell
stellten wir fest, dass wir kein Licht für mein Fahrzeug haben.
Ergo, Quincy muss nun von 3:00 Uhr bis Minimum 6:00Uhr pausieren.
Also bat ich Andreas und Mario meine Turns zu übernehmen bis die
Sonne aufgeht. Diese Gelegenheit nutzte ich natürlich auch um
etwas Augenpflege nachzukommen. Die Nacht vorher war ja auch nicht
ganz erholsam. Ich genemigte mir 1 ½ Stunden Schlaf während
die beiden für mich fuhren. Ich versprach ja, wenn ich erholt
bin, dass ich alles nachhole.
Als ich frierend (übermüdet)
mich im Morgengrauen in die Box zum Starten begebe, warnt mich
Andreas, ich solle noch zwei Stunden warten, da es in den Wäldern
noch sehr dunkel ist.
Also aufwärmen, trinken, trinken
und noch mehr trinken. Wer mich kennt, dem möge gesagt sein:
klares Wasser! Komisch was alles möglich ist :-)
Endlich war ich wieder an der Reihe.
Aber was war mit der Strecke passiert? Die ganze Strecke bestand nur
noch aus Bodenwellen. Runde für Runde wurde es schlimmer. Nach
meinem Turn war Andreas an der Reihe. Alles schien laut Plan zu
laufen, doch plötzlich hatte Mario Probleme mit seine
Motocross-lädierten Knien. Ich musste mich also mit Andreas
abwechseln. Mir wurde klar, dass auch Andreas an seine Grenzen durch
meinen Ausfall in der Nacht kam. Gegen kurz vor 10:00 Uhr bat ich
Mario noch einmal mindestens eine Runde zu fahren, ich hatte mir
vorgenommen den Rest dann irgendwie ab zuspulen. In der vorletzten
Runde verließ mich dann aber auch meine Kraft und Konzentration
und ich fand es nicht mehr als Recht, dass Andreas, der eh die
meisten Runden fuhr, die Zielrunde mit Zieleinlauf fahren solle. Ich
wollte im das Durchfahren zur Schwarz-Weiß karierten Flagge
gönnen. Leider machte ich die Rechnung wieder ohne Wirt: Er
passierte die Zählstelle vor dem Rundenführenden und musste
somit noch eine Runde absolvieren, denn das Rennen ist erst zu Ende,
wenn der Rundenführende nach 12 Stunden das erste Mal die
Ziellinie passiert.
Nach 12 Stunden waren wir dann
gemeinsam zurück in der Box mit den üblichen Schmerzen und
staubig schwarzer Fresse um noch ein zwei Teambilder zu schießen
und glücklich ein Bier zu trinken. Die „alten Herren" und
der Jungspund haben es geschafft. Platz 18. Hauptsache durchgekommen.
Auch ohne Fitness!
See you again next year!
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