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Dome Fighter / Endurance Day 2008 Drucken E-Mail
Geschrieben von Quincy   
Donnerstag, 15 Mai 2008
domefighterThe Domefighters Quad Race 2008 - Größer - länger - härter - extremer

Tropical Island Am 10. Mai 2008 um 0:00 Uhr startete die zweite Auflage des Domefighters Quad Races im Rahmen des BABOONS Endurance Days. Ein Rennen über volle 12 Stunden welches wahlweise in Zweier-, Dreier-, oder Viererteams gefahren wurde.  Gefahren wurde auf einem 100% Offroad-Rundkurs von mindestens 9 km. Der Kurs führte rund um den Dome des Tropical Island, des größten Indoor-Freizeitbades Europas.

Inklusive der Motorräder waren dieses Jahr über 1000 Starter und Helfer in der Pflicht. Ca. 60 Quad und ATV Teams sowie 160 Mopedteams stellten sich der Herrausvorderung der 12 bzw. 24 Stunden Schinderei. Jeder einzelne wollte scheinbar seine persönlichen Grenzen finde.....

Ende 2007 rief mich mein alter Freund Mario an, ganz nach dem Motto:

Fahrewechselzone „Hallo Quincy, kennst Du mich noch?" Ich erinnerte mich natürlich sofort an Mario, mit dem ich 2001 harte aber auch schöne Erlebnisse auf der Rallye El Chott 2001 hatte. Ich erinnerte mich an Dinge wie z. B, ich ihn 50 km durch den Sandsturm wegen eines Motorschadens schleppte oder wie er mit mir meinen Sieg bejubelte. „Mario, was gibt es?" „Hast Du Dein ATV noch?", ich bejahte. „Lass uns was verrücktes machen, da bist Du doch der Richtige dafür.". Was hat er wohl vor? „Wir fahren gemeinsam das 12 Stunden Rennen um das Tropical Island. Jeder fährt solange er kann und dann wechseln wir." Ich dachte an meinen Couch geplagten Körper und an meine Ruine von ATV. Spontan sagte ich zu, doch im Nachhinein machte ich mir irgendwie schon Sorgen.Jetzt musste ich natürlich auch zu meinem Wort stehen. Bei einem kurzfristigen Treffen habe ich Mario auch in seinem Interesse davon überzeugt, dass wir uns noch einen dritten Fahrer suchen. Nur wen? Meine Kumpels hatten alle keine Zeit. Mario deutete schon an, dass er die Lösung hatte. „Andreas hat zwar so ein Dinli Ding, aber er ist jung und kann die technischen Unzulänglichkeiten und Routine mit körperlichen Vorteilen wett machen. Ok, was haben wir zu verlieren? Also auf in den (Dome)fight.

Nach Nächten in der Schrauberhalle rückt der Termin zur Anreise immer näher. Meine Abreise für die 600 km lange Anfahrt nach Berlin plane ich auf Donnerstag früh morgens, denn der Start ist freitags um 24:00 Uhr. Nun ja, da ich mit meiner Schrauberei mal wieder nicht rechtzeitig fertig wurde bin ich letztendlich erst am Donnerstag um ca. 23:00 Uhr Richtung Berlin unterwegs. Nach 300 km überwältigt mich die Müdigkeit in Hof und ich musste 4-5 Stunden schlafen. Gegen 14:00 Uhr am Freitag bin ich dann endlich am „Racetag" im Camp angekommen. Schon wieder müde, aber ich muss ja auspacken und das Adrenalin scheint das übrige zu tun. Also schnell Camp aufbauen, Andreas kennen lernen und zur pingeligen technischen Abnahme fahren. Bei Mario streikt der Kill-Switch und der Auspuff von Andreas ist angeblich zu laut. Nur meine jahrhundertalte Scrambler ist Ok. Auch mal schön!

Vorbereitung auf die technische Abnahme Zurück im Fahrerlager arbeitet Mario erst mal am Kill Switch und Andreas stellt fest, dass sein Achslager defekt ist. Mario findet den Fehler recht zügig, während Dinli-Andreas feststellen muss, dass am Pfingstfreitag wohl kein Achslager aufzutreiben ist. Es zeugte aber von Kampfgeist, einen 100 km entfernten Freund auf zu tun, und den zu bequatschen seine ganze Achse inklusive Achsgehäuse ihm für das Wochenende auszuleihen. Also ab ins Auto und los. Am späten Abend waren die Achsen aus und wieder eingebaut. Zeit zum Testen gab es nicht, denn um 22:00 Uhr war Fahrerbesprechung.

Kurz vor 24:00 Uhr. Wir begleiteten Mario zum Start. Alle sind nervös. Die Piste ist sehr trocken und staubig. Gemeinsam beschlossen wir, dass wir in keinen Startfight verwickelt sein wollen.

12 Stunden können lang sein. Das Starthorn schellt und alle 60 Starter knallen los. Das einzige was man noch sehen kann ist eine Mega-Staubwolke in den Scheinwerfern der Nacht. Andreas und ich liefen zurück in die Box um ihn für den Fahrerwechsel vorzubereiten. Nach 4 Runden kam Mario in die Box um sich von Andreas abwechseln zu lassen. Offensichtlich hatte auch er einen ungeübten Körper. Ich bereitete mich also auf die gleiche Zeit bei Andreas vor. In der Dunkelheit konnten wir ihn aber nicht an der Boxengasse vorbeifahren sehen. Eine Stunde war geplant, aber er erschien einfach nicht.Wir machten uns Sorgen und hatten größte Bedenken. Endlich lief er ein, machte einen noch recht frischen Eindruck, wenn man von seinem schwarz verstaubten Gesicht absah. Nun kam also meine Zeit. Blutdruck und Puls an der oberen Grenze. Quincy, bloss das Speedlimit in der Boxengasse einhalten und dann ab in die Dünen in den dunklen Wäldern.

langsam geht die Sonne auf Im Dunkeln auf dieser knochentrockenen Strecke, das ist Hardcore. Die erste Runde war die härteste, aber in der zweiten ging es leichter von der Hand, obwohl ich die Schlüsselstellen nicht ganz in Erinnerung hatte. Aber es lief und mental beschloss ich 6 Runden zu fahren. Aber in der dritten Runde ca. 5 km vor der Zählstelle passierte der Elektrosupergau. Ein Kurzschluss ließ alle Lampen auf einmal das Zeitliche segnen. F..., nicht zurücklaufen, das dauert ewig. Also wartete ich bis der nächste Teilnehmer hinter mir kommt um dann ohne Licht an seinem Arsch zu kleben.

Ohne Licht schaffte ich das nur knapp einen Kilometer, aber nächster Konkurrent, gleiches Spiel. Kaum an der Zählstelle angekommen fuhr ich über die Teerstrasse in die Box und ließ mich ablösen. Wieder ging Mario auf die Strecke und ich kümmerte mich um die Analyse. Schnell stellten wir fest, dass wir kein Licht für mein Fahrzeug haben. Ergo, Quincy muss nun von 3:00 Uhr bis Minimum 6:00Uhr pausieren. Also bat ich Andreas und Mario meine Turns zu übernehmen bis die Sonne aufgeht. Diese Gelegenheit nutzte ich natürlich auch um etwas Augenpflege nachzukommen. Die Nacht vorher war ja auch nicht ganz erholsam. Ich genemigte mir 1 ½ Stunden Schlaf während die beiden für mich fuhren. Ich versprach ja, wenn ich erholt bin, dass ich alles nachhole.

Als ich frierend (übermüdet) mich im Morgengrauen in die Box zum Starten begebe, warnt mich Andreas, ich solle noch zwei Stunden warten, da es in den Wäldern noch sehr dunkel ist.

Also aufwärmen, trinken, trinken und noch mehr trinken. Wer mich kennt, dem möge gesagt sein: klares Wasser! Komisch was alles möglich ist :-)

Dirtboy Quincy Endlich war ich wieder an der Reihe. Aber was war mit der Strecke passiert? Die ganze Strecke bestand nur noch aus Bodenwellen. Runde für Runde wurde es schlimmer. Nach meinem Turn war Andreas an der Reihe. Alles schien laut Plan zu laufen, doch plötzlich hatte Mario Probleme mit seine Motocross-lädierten Knien. Ich musste mich also mit Andreas abwechseln. Mir wurde klar, dass auch Andreas an seine Grenzen durch meinen Ausfall in der Nacht kam. Gegen kurz vor 10:00 Uhr bat ich Mario noch einmal mindestens eine Runde zu fahren, ich hatte mir vorgenommen den Rest dann irgendwie ab zuspulen. In der vorletzten Runde verließ mich dann aber auch meine Kraft und Konzentration und ich fand es nicht mehr als Recht, dass Andreas, der eh die meisten Runden fuhr, die Zielrunde mit Zieleinlauf fahren solle. Ich wollte im das Durchfahren zur Schwarz-Weiß karierten Flagge gönnen. Leider machte ich die Rechnung wieder ohne Wirt: Er passierte die Zählstelle vor dem Rundenführenden und musste somit noch eine Runde absolvieren, denn das Rennen ist erst zu Ende, wenn der Rundenführende nach 12 Stunden das erste Mal die Ziellinie passiert.

endlich fertig Nach 12 Stunden waren wir dann gemeinsam zurück in der Box mit den üblichen Schmerzen und staubig schwarzer Fresse um noch ein zwei Teambilder zu schießen und glücklich ein Bier zu trinken. Die „alten Herren" und der Jungspund haben es geschafft. Platz 18. Hauptsache durchgekommen. Auch ohne Fitness!

See you again next year!

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 9 Juli 2008 )
 
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