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Ramsey Croatia Trophy 2005 Der Bericht 1.Teil
Im Herbst 2004 kam sie, die gute Nachricht. Igor (der Hauptorganisator der Trophy) und Anne Heisler (www.schmitzheisler.de) sind unseren Wünschen die Teilnahmegebühr anzupassen, nachgekommen. Für das Jahr 2005 starten ATVs in Zweierteams und zahlen somit die gleiche Gebühr (€ 1200,- pro Team) wie die Geländewagen. Natürlich sind wir gleich hellhörig geworden und haben beschlossen teilzunehmen.
Wer macht alles mit? Klaus, Thomas, Michael und ich waren uns eigentlich gleich sicher. Rene, der das letzte Jahr auch dabei war konnte sich nicht so schnell entscheiden. Damit es aber interessant wird haben wir versucht weitere Teilnehmer zu gewinnen. Aus der deutschen Szene gab es auch einige Interessenten. Also ging Klaus einen Schritt weiter und organisierte im März 2005 in der Nähe von Geilenkirchen ein Quadtreffen für Trophy Interessierte. Ziel war es, dass sich die Teilnehmer kennen lernen, von den Erfahrungen anderer profitieren und gemeinsam die Logistik und die Serviceteams zu planen. Die Firma Schmitz und Heisler war auch mit Anne und Christian vertreten um ihre Produkte für den ATV Bereich vorzustellen. Doch das Traurige und beinahe schon Erwartete traf ein. Alle ATV Fahrer, die sich in den Foren interessiert zeigten, erschienen nicht. Waren wir also wieder nur der kleine Kreis.....
Am Lagefeuer stellte sich heraus, dass Rene dieses Jahr nicht dabei sein wird. Die gute Nachricht kam von Anne: Es haben sich zwei polnische Teams angemeldet.
Natürlich fragten wir uns, wo die Polen die Quads her haben J und ob sie da wissen, auf was sie sich einlassen. Durch unsere Selbstsicherheit hatten wir keine Furcht vor der Konkurrenz, freuten uns aber, dass sich Mitbewerber der Herausforderung stellen. Also bildeten wir unsere Teams: Klaus und ich im Polaris-Team, Thomas und Michael im zweiten deutschen Team.
Für den Service und das leibliche Wohl soll Britta zuständig sein, aber wen nehmen wir als weiteren Servicefahrer mit? Wer hat zwei Wochen Zeit. Ich ging meinen Freundeskreis durch und wurde nicht fündig. Bis mir Kai den Tip gab, wer da Zeit haben könnte. Lars angerufen, gefragt und den Servicefahrer somit gefunden. Jetzt noch abstimmen, wer welche Ersatzteile, Werkzeug und sonstiges mit nimmt, dann ist die Vorbereitung vollendet. Denkste!!!
Mein Teamkollege machte mir zur Auflage, dass meine gute Scrambler nicht erst eine Woche vorher gecheckt wird. „Das Fahrzeug muss in einem Top Zustand sein, ich will nicht wegen einer Kleinigkeit ausfallen“. Klaus bot seine Hilfe an und wir trafen uns zum zweiten Reparaturwochenende diesmal in Winterberg. Diesmal um die Elektrik in Schuss zu bringen. Und tatsächlich konnten wir den Kabelsalat entwirren. Meterweise haben wir unnötige Kabel entfernt, sogar einige, die aussahen wie Telefonkabel? War das eine recycelte Telefonzelle?
Am Osterwochenende haben wir noch den ganzen Antrieb repariert und kontrolliert. Die Scrambler scheint gut vorbereitet zu sein. Ja, ich war sogar über eine Woche vor Abreise schon mit allem fertig, inklusive Zubehör etc. Normalerweise geht zu dieser Zeit bei einem Quincy die Vorbereitung erst richtig los. Das Schlechte daran war eigentlich nur, dass dieses Jahr noch Zeit da war um nervös zu werden. Ungewohnt!
Wie schon im Vorjahr trafen wir uns vor dem Trophywochenende in der Nähe von Schweinfurt zum 1. Lauf zur dt. Trialmeisterschaft. Am Sonntag wurden wir noch herzlich von unseren Vereinskameraden mit den besten Wünschen verabschiedet. Jetzt aber erst mal Urlaub!!! Drei Tage nach Slowenien an die Soca, den grünen Fluß in den Bergen. Nach 12 Stunden Anreise, einem 1800 Meter hohen Serpentinenpass (mit Schnee) und Müdigkeit kamen wir auf dem Campingplatz an. Der Platz machte einen sauberen Eindruck, aber nachts sind ja bekanntlich alle Katzen grau. Umso überraschter waren wir am nächsten Morgen, nach einer durchgefrorenen Nacht, wie schön es denn hier ist. Vom Bergpanorama mit verschneiten Berggipfeln umrahmt war ausser uns nur ein Zelt noch auf der Wiese. Der Besuch auf der Nasszelle, überraschte auch mit seiner Sauberkeit. So verbrachten wir die nächsten drei Tage bei traumhaften Wetter mit dem Personal und dem Inhaber am Lagerfeuer und genossen den Urlaub.
Donnerstag morgen: Aufbruchstimmung nach Vojnic, Kroatien. Die Entfernung war nur noch 300 Kilometer, aber alles auf langsamen, kurvigen Landstrassen. Die Fahrt nahm kein Ende. Von Karlovac aus, kam uns dann alles ziemlich bekannt vor. Von hier aus gab es auch ein Roadbook von der Orga zur Anreise. Je näher wir nach Vojnic kamen um so sicherer waren wir uns, wo das Camp sein wird. Am (Edelstahl) Partisanendenkmal acht Kilometer hinter Vojnic auf dem Hügel. Gegen Abend angA?i?h?ekommen machten wir erst mal einen Streifzug durch das Camp und begrüssten die schon angereisten Geländewagenfahrer. Dann Routine: Campaufbau, Feuer machen und ein gemütliches Bierchen trinken. Oh siehe da, die Konkurrenz aus Polen ist auch schon da..... Gleich mal zu einem Smalltalk hin. Die Verständigung und Begrüßung erfolgte in einer Mischung aus englisch und deutsch. Polnisch kann von uns eben keiner. Wir schauten uns die Fahrzeuge der vier Osteuropäer genau an. Sind scheinbar gut vorbereitet. Jede Menge Ösen und Abschlepphaken, durch Schnorchel höhergelegte Ansaugung, Seile und Bergematerial an Bord. Bei einem weiteren deutsch-polnischen Bierchen stellten wir uns und unsere Fahrzeuge gegenseitig vor. Jacek Bujański und Paweł Ratyński beide auf einer umgerüsteten Suzuki King Quad 700 (recht neu!) könnten eigentlich von der Größe beinahe im Bereich von Suzuki Geländewagen starten. Das zweite Team waren Mariusz Kulak auf einer Yamaha Grizzly 660 und Jarosław Witas auf der Honda Rincon, auch diese Fahrzeug sahen noch nach einem sehr guten Zustand aus. Besonderes Augenmerk von uns lag auf der üppigen Ausstattung an und um die Fahrzeuge und vor allem auf den uns noch unbekannten Pneus von Maxxis.
Am nächsten Morgen kam auch endlich Thomas rechtzeitig aus Deutschland nach. Denn um 12:00 Uhr war Fahrerbesprechung und um 13:00 Uhr Start zum Prolog in einer Sandgrube in ca. 15 Kilometer Entfernung. Der Prolog wird nicht in die Zeitwertung mit aufgenommen, sondern dient nur zur Ermittlung der Startreihenfolge. Nach einer staubigen Fahrt durch die kroatischen Wälder sind wir in der Grube angekommen. Mein Quad geht ohne mein Zutun aus und der Anlasser macht überhaupt keine Anstalten das Aggregat wieder zu starten. Hektisch nach der Ursache suchen. Nach einigen Test war es gewiss. Die nagelneue leistungsstarke Batterie hat den Geist aufgegeben. Erklärungen gibt es keine. Gefrustet schleppt mich Klaus zurück ins Camp. Alle anderen hatten Spaß auf dem schlammigen 500 Meter Rundkurs. Im Camp stellten wir endgültig fest, dass es „nur“ an der Batterie liegt. Nicht so tragisch, denn im Camp war noch eine Ersatzbatterie. Am Abend gewechselt, damit wir dann am ersten Wertungstag frisch gerüstet an den Start gehen können.
Showstart in Downton Vojnic
Um 11:00 Uhr reihen sich sämtliche Wettbewerbsfahrzeuge (8 ATVs und 30 Geländewagen) zum Showstart auf. Vor dem Start noch einige Smalltalks unter den Teilnehmern, hunderte Pressefotos und dann das Abwinken im Halbminutentakt. Laut Roadbook geht es nun zum eigentlichen Trophystart. Dort angekommen wundern wir uns, dass Thomas und Michael, die vor uns gestartet sind noch nicht da sind. Lach, sie haben sich schon auf dem Weg zum Start verfahren, kommen aber dennoch rechtzeitig.
Start im 2 Minutentakt. Alles sind schon gespannt wie ein Flitzebogen. Nach einer kurzen Passage deutet uns das Roadbook auf eine grüne Wiese . Grüne Wiese ist gut, denn unter dem saftigen Grün versteckt sich eine sehr sehr cremige, nein, schlammige Masse. Zum Glück mit dem einen oder andern Winchbaum, denn fahrbar war das ganze nicht unbedingt.
Mitten in der Wiese geht mir der Motor wieder aus. Aber anders als am Vortag zieht der Anlasser durch. Eine halbe Stunde im Sumpf steckend versuchen wir den Hobel zum Laufen zu bringen. Mit einigen Tropfen Benzin auf den Luftfilter gelingt uns das auch. Und weiter geht es. Nach all dem Schlamm durch Hohlwege und Timberjackwege durch den Wald. Bei einer Schrägfahrt, am Hang, an dem umgestürztte Bäume umfahren werden mussten, neigte sich Klaus Sportsman verdächtig zur Seite und, und, und rollte wie in Zeitlupe den Hang hinab. Klaus konnte rechtzeitig abspringen. Zu zweit suchen wir das Quad, Roadbookhalter und weitere Teile aus der Hecke. Alles wieder einigermaßen richten und weiter geht es. Nach einer Irrfahrt im Wald kamen wir auf die richtige Strecke zurück und finden den Weg aus dem Wald. Oh je, jetzt geht es auf Eisenbahnschienen. Fünf ganze Kilometer auf den Schwellen der stillgelegten kroatischen Bahn. Solange Schotter zwischen den Schwellen war, konnte man noch einigermaßen fahren, doch meist fehlte dieser. Außerdem standen spitze Schrauben aus den Holzbalken hervor. Wird das gut gehen? Nach zwei Kilometer sehen wir am Streckenrand zwei Quads, aber nur einen Fahrer. Es war Thomas. Wir stopten und Thomas erzählte uns, dass Michael mit einem Bauern mit dem Traktor zum Vulcanizer gefahren ist um seinen Reifen zu flicken! Wie sich später herausstellte hat diese Aktion drei Stunden gedauert, aber nochmals vielen Dank an den hilfsbereiten Landwirt. Viele Kilometer später kam noch eine schlammige Wasserdurchfahrt an der Presse und Checkpunkt war. Nach dem recht zügigen problemlosen Überqueren des Hindernisses ging bei Klaus der Motor aus. Grund: Spritmangel, da er mich doch einige Kilometer abschleppen musste. Eine Stunde dauerte es, bis wir die Luft aus der Benzinpumpe hatten. Circa 6 Kilometer später war auch die Reserve leer. Wir legten meine Maschine auf die Seite und füllten mein Benzin in die Trinkflaschen um Klaus wieder auf Vordermann zu bringen. Da mein Quad immer wieder streikte, musste Klaus mich schleppen. Nur noch einen Kilometer zum Ziel, aber diesen in einem engen Hohlweg mit Felsen, an dem kein Geländewagen überholen konnte. Da wir nur langsam voran kamen saßen uns die Boliden bald im Nacken. Dann schaffte die Sportsman es nicht mehr mich weiter zu ziehen. Um nicht das ganze Feld aufzuhalten beschloss ich, dass der Geländewagen hinter mir helfen muss. Ich gab dem Holländer zu verstehen, dass er langsam an mein Heck fährt und mich anschiebt. Auf diese Art und Weise schafften wir es gemeinsam zum Etappenziel. Geschafft im Camp anzukommen, sorgten wir erst für eine Erfrischung und machten unserem Service-Lars klar, dass er den Tank, Vergaser und die Benzinpumpe ausbauen muss und die selbigen zu reinigen hat. Verdiente Nachtruhe? Keinesfalls, bis spät in der Nacht laufen Stromerzeuger, Winkelschleifer und Schweißgeräte. 
(www.lazar-sp.si)
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