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Am 30. Dezember 2005 war es soweit. Ich bin mit meinen Geländewagenfreunde vom "Kreizgelenkverreiser" Team zum Start der Rallye Lisboa Dakar geflogen um den Teilnehmern zu huldigen.
Wir: Andi, Simone, Torsten, Heidi, Mirko, Ulla, Quincy und Chris
Aus einer Bierlaune heraus kam uns die geniale Schnapsidee über Sylvester zum Start der Rallye Dakar zu fliegen. Wir saßen in unserer Stammkneipe und unterhielten uns über Sylvester. Jedes Jahr das Gleiche: Was machen wir? Andi kam mit der Dakar Idee auf den Tisch. Unsere Frauen verwarfen dies natürlich gleich......
Doch die Idee ließ mich in dieser Nacht nicht mehr los. Ich bohrte also die nächsten Tage immer wieder nach. Zwei Wochen später kamen Andi und Simone zu uns ins Büro und sagten: Komm wir vier buchen jetzt. Gesagt getan!
Als wir die anderen darüber informierten, kamen auch Torsten und Heidi ein paar Tage später mit dem Buchungswunsch. Also blieben nur noch Mirko und Ulla übrig. Nach heftigsten Diskusionen zuhause hat sich (wie immer) der Gruppenzwang durchgesetzt und auch die zwei wurden nachgebucht.
Jetzt gab es bei uns nur noch ein Thema: Nein, nicht Lissabon sondern Dakar!
Ich habe mich natürlich als Quadfahrer und Rallyeinteressierter gleich mal schlau gemacht, wer alles in der Quadklasse startet.
| 243 |
ANTOINE MOREL (FRA)
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BOMBARDIER |
DS 650 |
| 244 |
ALAN MOREL (FRA)
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BOMBARDIER |
DS 650 |
| 245 |
EMMANUELLE JANNON (FRA)
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BOMBARDIER |
650 DS |
| 246 |
MARCO PIANA (FRA)
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KAWASAKI |
KVF 650 |
| 247 |
JOSE MANUEL GONZALEZ (ESP)
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BOMBARDIER |
BAJA |
| 248 |
JOSE LUIS ALVAREZ (ESP)
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GAS-GAS |
WILD HP 450 |
| 249 |
MARKUS SENN (SUI)
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KAWASAKI |
KFX 400 |
| 250 |
URS SENN (SUI)
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KAWASAKI |
KFX 400 |
| 251 |
ROBERT GREFF (HON)
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SUZUKI |
LT-Z 400 |
| 252 |
ANTONIO VENTURA (POR)
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BOMBARDIER |
BAJA DS 650 X |
Mein besondere Augenmerk fiel auf die Starter 249 & 250, die Senn Buben aus der Schweiz. Irgendwie hat mich deren Webauftritt und die Berichterstattung der Vorbereitung gereizt. Das Team hat sich in Sachen Vorbereitung offensichtlich viel Mühe gegeben.
Leider ist es in Sachen Planung für Zuschauer der Dakar nicht so einfach an Informationen zu kommen. Die ASO hält sich da sehr bedeckt. Eigentlich unverständlich, da die Dakar wie jeder Motorsport von Zuschauern und die daraus resultierenden Sponsoren lebt. Es war nicht einfach im Vorfeld herauszufinden, wer wann und wo startet, bzw. wo die erste Sonderprüfung ist, die wir gerne gesehen hätten.
Wir haben uns also auf den Start beschränken müssen. Am Tag vor dem Start konnten wir noch gemütlich durch den Parc Fermé bummeln und uns die Fahrzeuge genaustens anschauen. Natürlich kommt man nicht direkt an das Fahrzeug ran, aber aus einem Abstand von 1-2 Metern kann man auch einiges sehen. Auch einige der bekannten Fahrer trifft man dort und wir waren überrascht, wie offen die meisten sind. Gerne reden die ein paar Takte oder lassen sich auch mit einem mal ablichten. So haben wir uns an den Franzosen und mehrfachen Dakargewinner Hubert Auriol heran geschmissen. Später am abend haben wir noch die zwei deutschen Rallye Göttinen Jutta Kleinschmidt und Ellen Lohr getroffen. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen denen auch unser Toitoitoi mit auf den Weg in die Wüste zu geben. Irgendwie war das schon ein bewegender Moment.
Zum späten Abend waren dann die beiden Quads der Senn Buben mit Klarsichtfolie abgedeckt, da die Nacht nach Regen aussah.
Spät am Abend verließen wir das Gelände um vor dem Startspektakel noch ein bisschen Schlaf zu bekommen. Der Start des ersten Quads, ein Portugiese, war dann am 31. Dezember um 06:30 Uhr. Da sehr viele Zuschauer erwartet wurden haben wir uns entschieden spätestens um 05:30 Uhr am Start zu sein um einen guten Platz zu bekommen. Leider war es auch um diese Zeit schon dermaßen voll, dass wir unseren Stehplatz erkämpfen mussten. Dann kam was kommen musste: 06:20 Uhr Regen. So ein Dreck. Kurz vor dem Start habe ich noch einige Teammitglieder vom Team Senn getroffen, denen ich auch meinen Respekt gezollt habe. Hier nochmal ein "Grüzi" in die Schweiz.
Da das Gedränge an der Startrampe noch ziemlich stark war und vor allem war es dunkel, konnten wir nicht gerade die besten Bilder von den Quads machen. Allerdings konnte man speziell bei den Quadfahrern die Nervosität förmlich spüren. Natürlich habe ich allen Quadgenossen lautstark zugerufen und sie mit Applaus in die Wüste geschickt. Sicher hat ein jeder eine sehr sehr harte Vorbereitungszeit und einen verdammt hohen finanziellen Aufwand hinter sich. Nach den Quads kam das Exotenteam mit ihrer Harley Davidson mit Seitenwagen. Ich habe keine Ahnung, was das Geschoss wiegt, sah aber wirklich nach einem Eisenschwein aus. Weitere Gespanne folgten. Ich stelle mir immer noch die Frage, wie macht das ein Beifahrer, 10.000 km zu stehen?
Als der letztjährige Gewinner mit der Startnummer 1 Cyril Depres mit seinem Moped auf die Rampe fuhr lies der Regen langsam nach und es wurde endlich heller. Alle Fahrer wurden nacheinander auf der Bühne vorgestellt und von dem Moderator mit einem "bon chance" auf den Weg geschickt. Dies ging selbstverständlich einige Stunden, denn 485 Fahrzeuge sind ja auch kein Pappenstiel. Das Ausharren war trotz der kurzen Nacht kein Thema, denn jedem einzelnen Starter gebührt Hochachtung.
Am frühen Nachmittag, als alle Fahrzeuge gestartet waren, haben wir das Gelände verlassen um uns auf die Sylvesternacht und die zwei folgenden Urlaubstage vorzubereiten.
Alles in allem bin ich sehr froh diese Reise gemacht zu haben, wünsche mir aber für die Zukunft, dass Veranstalter im Vorfeld mehr Informationen für die Zuschauer zur Verfügung zu stellen. Ohne Zuschauer - keine Sponsoren. Ohne Sponsoren - keine Rennen.
In diesem Sinne,
mit den besten Grüßen
Quincy
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